Ledger-Wallets: Singapurs Polizei meldet 3,5 Mio. S$ Schaden durch Manipulation

Singapurs Polizei bringt manipulierte Ledger-Wallets aus lokalen Geschäften mit rund 3,5 Mio. S$ Verlust in Verbindung. Ledger fand zuvor ein LTE-Implantat.

SECURITY & HACKSNEWS

Lukas Brenner

10/29/20261 min lesen

Die Polizei in Singapur warnt, dass einige über lokale Einzelhändler verkaufte Ledger-Hardware-Wallets physisch manipuliert wurden, um Guthaben zu stehlen. Die Behörde bringt die Geräte mit Verlusten von rund 3,5 Mio. Singapur-Dollar in Verbindung. Die Warnung vom 28. Oktober bezieht sich auf mindestens zwei Fälle, die seit dem 10. September gemeldet wurden. Unchained rechnete die Summe in etwa 2,7 Mio. $ um.

Nach Angaben der Polizei konnten zusätzlich eingebaute Hardwarekomponenten die Wiederherstellungsphrasen oder privaten Schlüssel der Nutzer abgreifen. Dritte konnten so unbemerkt Mittel abziehen. Händler, Modelle oder Verdächtige nannte die Warnung nicht. Man stehe mit Ledger in Kontakt, das die Fälle prüfe.

Fortsetzung des CryptoBilis-Falls

Die Warnung knüpft an Ledgers eigene Erkenntnisse von Anfang Oktober an. Am 13. Oktober teilte das Unternehmen mit, sein Sicherheitsteam Donjon habe in einem beim südostasiatischen Wiederverkäufer CryptoBilis gekauften Gerät ein nicht autorisiertes Implantat gefunden. Laut crypto.news las die Komponente die bei der Einrichtung angezeigte 24-Wort-Phrase aus und übertrug sie per LTE-Mobilfunk, unabhängig vom Secure Element und ohne Eingriff ins Betriebssystem.

Ledger forderte daraufhin Händler in Singapur, Malaysia, Indonesien, Thailand, den Philippinen, Vietnam und Hongkong auf, Verkauf und Versand zu stoppen. In einem späteren Blogbeitrag sprach das Unternehmen von einem lokal begrenzten Angriff auf den Vertrieb und nicht von einem systemischen Lieferkettenproblem; eigene Systeme und Direktvertrieb seien in den bestätigten Fällen nicht betroffen. Laut The Straits Times wurden manipulierte Geräte in Läden am Flughafen Changi und im Einkaufszentrum VivoCity gefunden.

Blockchain-Analysten hatten die Verluste durch kompromittierte Wallets zuvor auf mehr als 86 Mio. $ geschätzt. Ledger erklärte, diese Zahl nicht bestätigen zu können.

Die Polizei rät, verdächtige Geräte nicht weiter zu nutzen, den Hersteller über offizielle Kanäle zu kontaktieren und verbliebene Mittel auf eine neue Wallet mit frischer Wiederherstellungsphrase zu übertragen. Der Fall zeigt, dass eine Hardware-Wallet nur so sicher ist wie ihr Vertriebsweg, und dass der Kauf direkt beim Hersteller die sicherere Wahl bleibt.

Quelle: Singapore Police Force, Unchained, crypto.news, The Straits Times

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