Diva sagt Ethereum-Staking-Mainnet ab, Einleger sollen abheben

Das Ethereum-Liquid-Staking-Projekt Diva schließt ohne Mainnet-Start, weil das Geld fehlt; Frühanleger sollen rund 654,5 ETH über Enzyme abziehen.

ETHEREUMDEFINEWS

Sofia Marchetti

10/29/20262 min lesen

Diva Staking, ein Liquid-Staking-Projekt für Ethereum, hat am 28. Oktober angekündigt, den Betrieb einzustellen, ohne jemals im Mainnet zu starten. Einleger in den sogenannten Early Staker Vaults sollen ihre Mittel über Enzyme abziehen, die Plattform, auf der die Vaults laufen. „Es gibt nichts mehr, worauf man warten müsste“, schrieb das Team laut DeFi Prime.

In den beiden Vaults vor dem Start liegen rund 654,5 ETH, berichtete The Defiant. Nutzer hatten entweder ETH oder stETH eingezahlt. Die ETH wurden bis zum Start verwahrt, während stETH-Einlagen weiter Staking-Erträge abwarfen, so CoinGabbar.

Nach Angaben von Diva ging dem Projekt Mitte 2024 das Geld aus; drei Personen arbeiteten danach ohne Gehalt und ohne Einnahmen weiter. Kein großer Geldgeber war bereit, den Start zu finanzieren, und weitere Audits konnte das Team nicht bezahlen. Im Testnetz Hoodi lief das Protokoll vier Monate ohne Ausfall. Die Entwickler erklärten jedoch, dieselben KI-Werkzeuge, die bei der Fertigstellung der Software halfen, machten auch das Aufspüren von Schwachstellen leichter. Sie hätten sich deshalb für die Schließung entschieden, statt mit Risiken live zu gehen, die frühere Audits womöglich übersehen haben.

Was Einleger wissen müssen

Die Vaults sind nicht verwahrend. Nach den Bedingungen von DIP-02 können Inhaber jederzeit abheben, standardmäßig mit einer Sperrfrist von 24 Stunden. Vault-Anteile lassen sich nicht auf andere Adressen übertragen. Eine Frist oder ein Datum für die Abschaltung der Enzyme-Oberfläche nennt die Mitteilung nicht. Ein Angriff oder Verluste in den Vaults wurden nicht gemeldet.

DIVA-Token waren nicht übertragbar und wurden nie gehandelt. Nach den ursprünglichen Bedingungen hing die Zuteilung an einem offiziellen Mainnet-Starttermin, der nun nicht mehr erreicht werden kann. Eine alternative Verteilung wurde nicht angekündigt.

Mit dem Aus verschwindet ein kleinerer Herausforderer aus einem Staking-Markt, den wenige große Betreiber dominieren. Von CoinGabbar zitierte, nicht unabhängig geprüfte Entwicklerzahlen sehen Lido bei rund 21 %, BitMine bei 11,5 %, Coinbase bei 10,9 % und Binance bei 7,9 %. Einlegern wird geraten, nur den offiziellen Weg über Enzyme zu nutzen und unaufgeforderte Erstattungs- oder Airdrop-Angebote zu ignorieren.

Quelle: Diva Staking, DeFi Prime, The Defiant, CoinGabbar

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