Brasilien: Frist für Krypto-Lizenzen endet, 38 Firmen beantragen Zulassung
In Brasilien lief am 30. Oktober die Frist für Lizenzanträge von Kryptoanbietern bei der Zentralbank ab. 38 Antragsteller, darunter Binance, OKX und Mercado Bitcoin.
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Lukas Brenner
10/30/20262 min lesen


In Brasilien ist am 30. Oktober die Frist abgelaufen, in der Krypto-Dienstleister bei der Banco Central do Brasil eine Zulassung beantragen mussten. Bis zum 29. Oktober hatten 38 Unternehmen einen Antrag gestellt, wie der von Finsiders Brasil zitierte SPSAV-Monitor von Cainvest zeigt. Zu den genannten Antragstellern zählen Binance, OKX, Bybit, Ripple, Ripio, Mercado Bitcoin und Crown.
Das liegt deutlich unter den rund 100 Firmen, mit denen die Zentralbank ursprünglich gerechnet hatte. Einen Antrag, von Higherway Tech Soluções, hat die Behörde bereits abgelehnt. Bereits zugelassene Banken wie Itaú, Inter, Nubank und der Devisenspezialist Braza Bank nutzen ein vereinfachtes Meldeverfahren und haben angekündigt, im Kryptogeschäft tätig zu werden.
Was die Frist bedeutet
Firmen, die am 2. Februar 2026 bereits tätig waren, mussten bis zum 30. Oktober die Unterlagen der ersten Phase nach der Normativen Instruktion BCB 704 einreichen. Der Antrag erlaubt den Weiterbetrieb während der Prüfung, ist aber keine Lizenz. Wer keinen Antrag gestellt hat, muss nach Resolution BCB 520 binnen 30 Tagen abwickeln, darf kein Neugeschäft annehmen und muss Kundengelder zurückgeben oder übertragen, berichtete BitNotícias unter Berufung auf Zentralbankvertreter Nagel Lisânias Paulino.
Ab dem 6. November dürfen Banken, Zahlungsinstitute und andere beaufsichtigte Institute keine Geschäfte mehr mit nicht zugelassenen Kryptoanbietern abwickeln oder ermöglichen. Resolution BCB 589 hatte diesen Stichtag vom 30. Oktober verschoben, um operative Probleme zu vermeiden, solange noch Anträge eingehen. Wer die erste Phase besteht, hat anschließend 60 Tage Zeit für weitere Unterlagen zu Eigentümern, Governance, Geschäftsplan und Risiken.
Die Regeln aus den im November 2025 veröffentlichten Resolutionen 519, 520 und 521 verlangen eine formelle Zulassung, die Trennung von Kundenvermögen und den Nachweis ausreichender Reserven. Resolution 521 stuft bestimmte Stablecoin-Geschäfte als Devisentransaktionen ein, so Latin Times.
Der Markt sortiert sich bereits neu. Revolut stellt seine Kryptodienste für brasilianische Kunden ein, Bitso überträgt Privatkunden an Mercado Bitcoin, und Coinext, NovaDAX, Bity sowie Digitra.com haben die Abwicklung ihres Börsengeschäfts angekündigt oder begonnen, berichtet Finsiders Brasil. Brasilien verbuchte im Jahr bis Juni 2026 Kryptotransaktionen von 252,5 Mrd. $, mehr als 42 % des lateinamerikanischen Volumens, so Latin Times.
Quelle: Finsiders Brasil, BitNotícias, Latin Times
