Binance stellt 6,34 Mrd. $ für Hack-Schäden bereit, Auszahlungen bald zurück
Binance hat nach dem Rekord-Hack über 6,34 Mrd. $ reserviert, um Nutzerguthaben 1:1 zu ersetzen. Auszahlungen sollen in rund 45 Stunden wieder möglich sein.
EXCHANGESSECURITY & HACKSNEWS
Hana Kimura
10/30/20262 min lesen


Binance hat am Freitag, 30. Oktober, mitgeteilt, dass die Börse mehr als 6,34 Mrd. $ an eigenen Mitteln reserviert hat, um Kundenguthaben nach dem Sicherheitsvorfall vom Donnerstag wiederherzustellen. Die Wiederaufnahme der Auszahlungen liege weiter im Zeitplan von rund 45 Stunden. Das geht aus Updates der Börse auf X hervor, über die CoinDesk und Finbold berichteten.
Rund 5 Mrd. $ dieser Reserve hält Binance nach eigenen Angaben bereits in genau den Token, die aus den Hot Wallets abgeflossen sind. Den Rest kauft die Börse am Markt und über OTC-Desks zu. Das könne dauern, warnte das Unternehmen, weil einige der betroffenen Token wenig liquide sind und OTC-Abwicklungen Zeit brauchen. Die Guthaben sollen 1:1 ersetzt werden, ohne auf Kundengelder zurückzugreifen.
Auszahlungen sind seit dem Vorfall ausgesetzt, solange Sicherheitsprüfungen laufen. Co-CEO Yi He hatte zuvor erklärt, der Dienst solle binnen 48 Stunden zurückkehren; man verschärfe die Kontrollen für Auszahlungen und Adressen, berichtete U.Today. Einzahlungen, die in den frühen Morgenstunden des 30. Oktober kurz gestoppt waren, liefen laut dem Live-Ticker von Cointelegraph im Laufe des Vormittags wieder normal.
Die Rolle von SAFU
Der 2018 eingerichtete Secure Asset Fund for Users hält 15.000 BTC, nach Arkham-Daten, die Finbold zitiert, rund 1,16 Mrd. $ wert. Das deckt nur einen Bruchteil des geschätzten Schadens von 6,3 Mrd. $ ab; der Großteil kommt daher aus der eigenen Bilanz von Binance. Die Börse will sowohl SAFU als auch Unternehmensmittel einsetzen und sämtliche Nutzerbestände über ihren Proof of Reserves öffentlich nachweisen.
Unabhängig davon haben Branchenpartner rund 3 Mrd. $ der gestohlenen Vermögenswerte eingefroren, darunter mehr als 2,3 Mrd. $ in USDT und USDC, die Tether und Circle sperrten. Diese Summen sind laut Binance nicht in der Reserve von 6,34 Mrd. $ enthalten; man arbeite mit Strafverfolgungsbehörden an ihrer Rückholung. Zunächst hatte die Börse den Einbruch auf den kompromittierten Laptop eines DevOps-Ingenieurs zurückgeführt, später aber weitere Angriffspunkte gefunden und von einem komplexen Angriff gesprochen. Hinweise auf abgeflossene private Wallet-Schlüssel gebe es nicht.
Als Nächstes stehen für Nutzer die Wiederöffnung der Auszahlungen, ein angekündigter technischer Bericht nach Abschluss der Untersuchung und ein aktualisierter Proof of Reserves nach den Sicherheitsverbesserungen an.
Quelle: CoinDesk, Finbold, U.Today, Cointelegraph
